TREFFEN Gemeinsames Vorgehen gegen Sparpläne
Die Vertreter Heidenroder Vereine wollen sich dagegen wehren, dass für die Nutzung der gemeindlichen Einrichtungen in Zukunft Gebühren erhoben werden könnten. Bei einer Versammlung in Springen gründeten die Vereinsvertreter jetzt ein gemeindeweites Gremium, in dem das weitere Vorgehen besprochen werden soll. Weitere Interessenten können sich noch melden.
Petition geplant
Die Vereinsleute denken daran, eine Petition (Eingabe) zu verfassen, Unterschriften zu sammeln und nach Wiesbaden ins Innenministerium zu fahren. Hintergrund des Protests sind die Auflagen der Landesregierung, die die Gemeinde erfüllen soll, um Geld aus dem Landesausgleichsstock zu erhalten (der Kurier berichtete). Dazu zählt, die Bewirtschaftungskosten der Gemeinschaftshäuser durch Gebühren zu decken. Der Gesangverein „Cäcilia“ und die übrigen Springer Clubs hatten die übrigen Heidenroder Vereine und Kommunalpolitiker eingeladen. 100 Menschen nahmen an der Diskussionsrunde in der Dornbachhalle teil.
Bürgermeister Harald Schmelzeisen (SPD) ging auf Distanz zu möglichen Gebührensätzen von 15 bis 20 Euro pro Stunde, die nach ersten überschlägigen Schätzungen kursierten. Die Vorgaben seien interpretationsfähig. Nach einer Variante der Gemeinde sind nun sechs bis zehn Euro je Nutzung realistisch. Fraglich bleibt, ob Land und Vereinsvertreter sich auf einen solchen Kompromiss einlassen wollen. Viele im Saal tendierten zu einer Null-Lösung. Harald Wanka betonte, dass Politiker nicht erst das Ehrenamt loben und dann Druck auf es ausüben sollten.
Zusätzliche Reinigungsdienste der Vereine brachte Christa Staffel (TuS Kemel) ins Spiel, ähnlich schlug Andrea Semmler (Springer Carnevalclub und Landfrauen) die Pflege von Außenanlagen vor. Andere wie Harry Holzhäuser (Feuerwehrverein Springen) bezweifelten, dass Kürzungen bei den Vereinen überhaupt der richtige Hebel seien.
Lediglich einstellige Prozentwerte des Heidenroder Defizits ließen sich mit den Auflagen decken. Schmelzeisen erläuterte, dass die Vereinsförderung durch die Gemeinde 20 000 bis 22 000 Euro im Jahr ausmache. Die Gebührenfreiheit in den Dorfgemeinschaftshäusern sei dabei der „letzte nennenswerte“ Beitrag und betreffe nur den Proben- und Trainingsbetrieb. Bei Veranstaltungen mit Bewirtung müssten die Vereine Gebühren zahlen. Eine Gegenrechnung über die in der Jugendarbeit geleisteten Stunden verlangte Boris Manteuffel (Feuerwehrverein Huppert).
„Geld nicht annehmen“
Die Gemeinde müsse eine harte Linie in Wiesbaden vertreten, sagte Barbara Wiesneth (Frauen- und Mädchenchor Martenroth). Für Petition und direktes Intervenieren bei der Regierung plädierte Bernd Regl (Liederlust Langschied), für ihn ist klar: Heidenrod sollte die Mittel aus dem Ausgleichsstock nicht annehmen.
Quelle
Heidenroder Vereine wollen sich wehren (Wiesbadener Kurier, 16.09.2010)| < Zurück zu: Vereine bereiten Petition vor | Weiter zu: Auflagen analysieren > |
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